Fördermittel für Innovationen sind ein Erfolgsfaktor für die Wirtschaft

„Innovative Unternehmen sind erfolgreicher. Krisen überstehen sie daher oft besser. Ein Werkzeug zur Entwicklung betrieblicher Innovationen sowie zur Umsetzung der digitalen Transformation sind zukunftsgerichtete Fördermittel, insbesondere Zuschüsse. Diese müssen die Unternehmen erreichen, bevor wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten dazu führen, dass Forschung und Entwicklung vernachlässigt werden“, erklärte Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN), anlässlich der Veröffentlichung des IHKN-Fokus „Innovationsfinanzierung“. Viele Unternehmen stünden derzeit massiv unter Druck. Gerade die hohen Energiepreise, ein wachsender Fachkräftemangel und die Folgen der Coronapandemie und des Krieges in der Ukraine belasten die niedersächsische Wirtschaft. „Es ist daher wichtiger denn je, die Innovationsfähigkeit der Betriebe zu erhalten“, so Bielfeldt. Durch staatliche Anreize könnten Innovationen gefördert und Arbeitsplätze gesichert werden.
Die gute Nachricht: Laut einer IHKN-Umfrage würde die Mehrheit der niedersächsischen Unternehmen erneut Förderprogramme des Bundes oder des Landes nutzen, um betriebliche Innovationsprojekte umzusetzen. Die Erfahrungen der Wirtschaft mit Innovationsförderprogrammen sind überwiegend „sehr positiv“ bzw. „eher positiv“. Dieses Ergebnis unterstreiche eindrucksvoll die hohe Wirksamkeit finanzieller Anreize, so Bielfeldt.
Investitionen in Innovation erhöhen nachweislich die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und damit den Wohlstand einer Region. „Die Entwicklung von innovativen, technologieorientierten Produkten oder Verfahren ist jedoch oft mit hohem Aufwand, Risiko und Kosten verbunden. Öffentliche Förderprogramme mildern diese Risiken ab“, erklärt Anke Schweda, Sprecherin für Innovation der IHKN. Insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen habe es sich über Jahrzehnte bewährt, dass Landes- und Bundesmittel eine Anschubfinanzierung geben und gewünschte Innovationsimpulse unterstützen.“ Eine staatliche Förderung von Innovationen wirke dabei im Vergleich zu anderen Programmen oftmals länger nach. Sie befähige die Unternehmen, unterstütze Netzwerkbildung und ermögliche auf diese Weise oftmals innovative Folgeprojekte.
Laut den Unternehmen ist eine wesentliche Hürde die bürokratische bzw. intransparente Antragstellung. Auch die Dauer der Verfahren wird von den Teilnehmern kritisiert: Die Förderentscheidungen dauern oft zu lange, so die Erfahrung der Betriebe. „Wenn es also gelingt, diese Bremsen zu lockern, werden die Unternehmen künftig noch besser unterstützt“, zeigen sich Bielfeldt und Schweda überzeugt. Die Landesregierung sollte Rahmenbedingungen schaffen, die dazu beitragen, neue Verfahren und Produkte erfolgreich und zeitnah auf den Markt zu bringen. Neben ausreichend Mittel sollte zudem die NBank als Landesförderbank auf ihrer Homepage über den Stand verfügbarer Fördermittel sowie über aktuelle Bearbeitungszeiten informieren, um die Transparenz zu erhöhen.
An der Umfrage zur Innovationsfähigkeit bei produzierenden Unternehmen bzw. industrienahen Dienstleistern beteiligten sich im Herbst 2021 knapp 200 Unternehmen. Die Gesamtergebnisse wurden nun in einem IHKN-Fokus zum Thema „Innovationsfinanzierung“ veröffentlicht. Neben Innovationsförderprogrammen wurden zugleich Förderprogramme für Digitalisierung abgefragt.
Alle Ergebnisse inkl. der Empfehlungen der IHK Niedersachsen zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit finden Sie im neuen IHKN-Fokus „Innovationsfähigkeit – Öffentliche Fördermittel als Erfolgsfaktor“ unter diesem Link als PDF oder hier als Blätterjournal. 
Der Fokus Niedersachen erscheint in regelmäßigen Abständen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik. Die aktuelle Ausgabe sowie die bereits erschienenen Publikationen sind unter www.fokus-niedersachsen.de zu finden.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, IHK für Ostfriesland und Papenburg sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Sie vertritt rund 495.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
*Hannover, 11.5.2022*